4.7. – 27.9.2026,

der Legende nach

, Museum für Gegenwartskunst Siegen (MGK Siegen)

Yvonne Rainer: Trio A, 1966, Sammlung Gegenwartskunst, MGKSiegen

Credit

Dora Budor, Tony Cokes, Terry Fox, Jason Hirata, Nancy Holt, Margaret Honda, Katalin Ladik, Maria Lassnig, Lorenza Longhi, Sigmar Polke, Charlotte Posenenske, Yvonne Rainer, Bridget Riley, Stephen Willats

Die Ausstellung der Legende nach zeigt Werke aus den beiden Sammlungen des Museums für Gegenwartskunst Siegen zusammen mit ausgewählten zeitgenössischen Positionen. Ansatzpunkt ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Notation. Im Allgemeinen ist eine Notation ein aus Zeichen und Symbolen zusammengesetztes System. Es kann benennen, beschreiben und darstellen, als Werkzeug für Übertragungen oder Träger von Information dienen.

Eindeutigkeit, Lesbarkeit und damit Funktionalität einer Notation setzen die Strukturierung der Inhalte und den Gebrauch vereinbarter Zeichen voraus, die allerdings nie ganz neutral oder repräsentativ sind. Im Hinblick auf diese Begrenzungen stellt sich die Frage, inwiefern Abläufe, Gesten und Ideen überhaupt dokumentiert und reproduziert werden können. Was bedeutet es, etwas als wiederholbar zu betrachten? Und welche Chancen oder Hindernisse beinhaltet eine solche Annahme? In der Legende nach wird dieser Unbestimmtheit Raum gegeben: Beabsichtigte oder ungeplante Fehler und vermeintliche Verluste in einer Übersetzung werden als Möglichkeit verstanden. Sie markieren die Grenzen der Systeme und erproben das Potenzial von konstruktiver Veränderung.

In der Ausstellung werden Arbeiten zusammengebracht, die sich mit formalen und strukturellen Systemen befassen, sich diese aneignen oder sie aktiv unterlaufen und eigene Handschriften oder Vokabulare entwickeln. Die Künstler:innen leiten Aufführungen an, manipulieren Reproduktionen oder berühren Fragen von Dokumentation auf technischer Ebene. Andere versuchen, Bewegungen und Eindrücke greifbar zu machen, und eröffnen neue Perspektiven durch Überführungen bekannter Objekte in zunächst wenig verwandt erscheinende Materialien oder Formate. Insofern wird die Notation in der Legende nach als konzeptueller Filter eingesetzt: um über nicht lineare Prozesse der Produktion und Interpretation nachzudenken und weniger offensichtliche Bezüge zwischen Arbeiten verschiedener Medien, Kontexte und Zeiten sichtbar zu machen.

der Legende nach wird kuratiert von Clara Maria Blasius und Paula Thomaka.

Eröffnung: 3.7.2026, 19:00 Uhr

Eine Kooperation mit:

Die Ausstellung wird gefördert durch:

Begleitprogramm:

4.7. – 4.7.2026, 15:00 Uhr,

der Legende nach Kuratorinnenführung, 15:00 Uhr, Museum für Gegenwartskunst Siegen

, Museum für Gegenwartskunst Siegen (MGK Siegen)