10.5. – 10.5.2026, 15:00 Uhr,
Liina Magnea: SSASSINS CREED (LADY SAYS STOP)
, Stadthausgalerie Münster (hosted by Kunsthalle Münster)Chloe Chignell: SUNCUT: a lover's Dictionary
, Stadthausgalerie Münster (hosted by Kunsthalle Münster)Chloe Chignell: SUNCUT: a lover's Dictionary, 2025
CreditDauer der Performance: 2,5 Stunden. Das Publikum kann während der Dauer der Veranstaltung kommen und gehen.
But remember. Make an effort to remember. Or, failing that, invent.
SUN CUT: a lover's dictionary SUN CUT: a lover's dictionary ist ein Lexikon mit 366 Gesten, das den Versuch unternimmt, die 366 Einträge des Wörterbuches Lesbian Peoples: Materials for a Dictionary (1979) von Monique Wittig und Sandie Zeig zu verkörpern. SUN CUT ist ein Akt spekulativer Wiederbelebung im Futur II, eine Art vorwegnehmendes Dokument, das an eine Zukunft erinnert, die noch nicht eingetreten ist. Das Werk entfaltet sich Wort für Wort, Körper für Körper. Jede Wiederholung der Performance ist ein Voranschreiten durch das Lexikon: Jede Wiederholung sammelt Körper, Gesten, Tänze. Dass sich dabei jeglicher sprachlichen Fixierung widersetzt wird, lässt Sprache als Ort der Transformation, der Verweigerung und Neuerfindung begreifen. SUN CUT kehrt den Status von Druckerzeugnissen in der Archivierungspraxis um und fragt, wie der Körper sowohl Ort als auch Mittel der Bewahrung sein kann.
Die 366 Einträge des Wörterbuches Lesbian Peoples: Material for a Dictionary dekonstruieren eine als patriarchalisch wahrgenommene Sprache, um daraus eine Welt lesbischer Beziehungen zu postulieren. Durch Fragmentierung und poetische Erfindungen begreift es Sprache neu als ein Ort des Widerstands. Seine Einträge reichen von Definitionen alltäglicher Begriffe bis hin zu ausführlichen Darstellungen mythischer Ereignisse, politischer Bewegungen und kultureller Praktiken. Das Buch selbst ist eine queere Kritik an sprachlicher Autorität und ihrer Rolle bei der Durchsetzung dominanter Ideologien. Derart unterlaufen Wittig und Zeig die normierte Funktion des Wörterbuchs als Instrument der Herrschaft wie Kontrolle und wandeln es in ein generatives Feld, in dem Sprache ihre eigenen Nutzungsbedingungen destabilisiert. Auf dieser Grundlage betrachtet SUNCUT das Wörterbuche Lesbian Peoples nicht einfach als Buch, sondern als eine Praxis, im Zusammenhang der Vorstellung von einer Neugestaltung des Körpers durch die Sprache.
Chloe Chignell (geb. 1993) ist eine Künstlerin, die an den Schnittstellen von Text, Choreografie und Publikation arbeitet. Ihr Werk konzentriert sich auf Sprache im choreografischen Kontext. Sie beschäftigt sich intensiv mit Schreiben als einer Form der Selbstfindung und mit experimentellen Übersetzungspraktiken. Chloe absolvierte ihr Studium am a.pass (BE, 2020), den Forschungszyklus bei P.A.R.T.S (BE, 2018) und das VCA (AU, 2013). Seit 2019 leitet sie gemeinsam mit Sven Dehens rile*, eine Buchhandlung und einen Projektraum für Publikationen und Performances. Ihre Arbeiten wurden in ganz Europa und Australien präsentiert, unter anderem beim: NEXT Festival (2024), Pavillon ADC (2024), Batard Festival (BE, 2019), Saal Biennale (ES 2021), Moving Words Festival (NO 2021), QL2 (AU 2022), KAAP (BE 2022), Littérature etc. (FR 2022), Dancehouse (AU 2016-8), The Kier Choreographic Award (AU 2018), Kottinspektionen (SE 2019) und der Tanzbiennale von Venedig (IT 2017). Sie hat mit Choreografen in ganz Europa und Australien zusammengearbeitet und für sie getanzt, darunter James Bachelor, Angela Goh, Bryana Fritz, Stefa Govaart, Ingrid Berger Myhre, Adriano Wilfert Jensen, Phoebe Berglund, Anna Gaiotti, Clara Amaral und Gry Tingskog. 2020 veröffentlichte sie The Complete Text Would Be Insufferable bei uhbooks, herausgegeben von Will Holder. Ihr Buch NOT MOTHER NOT MYTH erscheint demnächst beim Berliner Verlag Lesbianas Concentradas. Ihre Texte wurden unter anderem in misted.cc (NL), dem Choreography Journal (NO), Le Chauffage (BE), RealTime (AU), This Container Magazine (SE/BE), ...and then the doors open again (BE/NL) und dem Engagement Arts Zine (BE) veröffentlicht. Sie gibt außerdem Choreografie- und Schreibworkshops bei P.A.R.T.S. (BE), HZT (DE), ISAAC (BE) und dem VCA (AU). Website Chloe Chignell
Steph Holl-Trieu ist Künstlerin und Autorin. Ihre Arbeit befasst sich mit den sozialen Beziehungen, die Wahrnehmungsweisen, Bedeutungsproduktion und Erfahrung – sowohl abstrakt als auch gelebt – prägen. Mittels Schreiben, Installationen, Klangkunst, performativer Lesungen und Rollenspielen entwickelt sie Bedingungen, um sich von bestehenden Sinngebungsstrukturen zu lösen und diese neu zu gestalten. Da sie ästhetische Erfahrung als unbestimmt und schwer fassbar betrachtet, entfaltet sich ihre Arbeit iterativ und findet häufig in kollaborativen oder kollektiven Kontexten statt. Ihre Werke wurden unter anderem im HAU Berlin, im Kunstraum Niederösterreich, in der Shedhalle Zürich und im Le Commun Genf präsentiert
Konzept, Choreografie und Performance: Chloe Chignell Ton und Performance: Steph Holl-Trieu Ton-Kollaborationen: Steph Holl-Trieu, Amina Szecsödy (PAF, Saint Erme Edition) und Mara Schwerdtfeger (Critical Path, Sydney Edition)
Dieses Werk wird unterstützt von: Artspace Sydney, Critical Path Sydney, Dancehouse Melbourne, GC De Maalbeek, n22 Brüssel, Kunstendecreet, Cité des arts, Paris
Eine Kooperation mit:
Die Ausstellung wird gefördert durch:
Die Performance wird unterstützt durch:
hell is other people (if you're lucky): Chloe Chignell Ewa Dziarnowska, Dorota Gaweda + Eglė Kulbokaitė, Liina Magnea, Abdoul Karim Martens + Dominik Sartor, Sinaida Michalskaja, Alexandra Sheherazade Salem, Gaia Vincensini
, Stadthausgalerie Münster (hosted by Kunsthalle Münster) → Ausstellung
Liina Magnea: SSASSINS CREED (LADY SAYS STOP)
, Stadthausgalerie Münster (hosted by Kunsthalle Münster)